Gottes Liebe im Lichte seiner Heiligkeit

Gott ist Licht, vollkommen heilig und völlig abgesondert von aller Sünde. Der Mensch, auf der anderen Seite, liebt die Dunkelheit mehr als das Licht (Johannes 3:19). Er hasst das Licht (Johannes 3:20) und liebt die Sünde. Ganz im Gegenteil zur Auffassung vieler Christen heute, der natürliche Mensch sucht Gott nicht (Psalm 53:3-4). Dies heisst nicht, dass der Mensch nur böses tut oder so böse ist, wie er sein könnte. Gott, in seiner Gnade und durch seinen Heiligen Geist, schränkt das Böse in dieser Welt ein. (In der Theologie spricht man von der allgemeinen Gnade Gottes.) Dass niemand Gott sucht, heisst auch nicht, dass Menschen nach keinem Gott suchen. Ganz im Gegenteil! Das Herz des Menschen ist so geschaffen, dass es immer jemanden bzw. etwas anbetet. Weil der Mensch nicht bereit ist, sich von seiner Sünde abzuwenden und den wahren Gott anzubeten, sucht er ständig nach Ersatz. Den wahren Gott jedoch, versucht er zu verdrängen. Erst im Lichte seiner Heiligkeit - und im Bewusstsein unserer Verdorbenheit - können wir beginnen zu verstehen, wie gross Gottes Liebe für uns ist. Der allmächtige, allgegenwärtige, allwissende Gott wäre vollkommen gerecht, würde er jeden Menschen, der gegen ihn rebelliert, ewig bestrafen und auslöschen. Trotzdem hat er sich entschieden Menschen zu lieben und zu retten. Gottes Liebe ist dabei nicht ein sentimentales Gefühl oder eine passive Nachsichtigkeit mit Sündern, sondern zeigt sich in der rettenden Sendung seines Sohnes. Römer 5:8 sagt so schön: "Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren." Der heilige Gott gab also seinen heiligen Sohn, um unheilige Menschen zu retten. Nichts könnte von grösserer Liebe zeugen.

Gottes Liebe, betrachtet im Lichte seiner Heiligkeit, bedeutet also nicht, dass er über die Sünden der Menschen hinweg sieht und diese so annimmt wie sie sind. Gottes Liebe bedeutet, dass Gottes Sohn unsere Sünden ans Kreuz trug (1. Petrus 2:24), der Vater seinen Sohn am Kreuz verurteilte und unsere Schuld auf ihn legte (Jesaja 53:6). Obwohl alle Menschen von der Liebe Gottes betroffen sind, werden doch nur diejenigen von seiner rettenden Liebe begünstigt, die sich von der Sünde abkehren und alleine auf Jesus Christus vertrauen.

Wie aber kommt ein Mensch plötzlich dazu, sich von der Sünde, die er liebt, abzuwenden und sich im Vertrauen Gott zuzuwenden, den er bisher mit aller Kraft zu verdrängen versucht hat? In meinem nächsten Blog (5. Oktober) werde ich versuchen diese Frage anhand von Johannes 3 zu beantworten.