Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen

"Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen." Dies riefen die Engel mit bedecktem Angesicht einander zu, als Jesaja Gott auf seinem Thron sah. Der Prophet selbst sagte: "Wehe mir, ich vergehe!" (Jesaja 6:3;5). Auch Johannes berichtet uns, dass die Engel vor dem Thron Gottes riefen: "Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Allmächtige, der war und der ist und der kommt!" (Offenbarung 4:8). In einer Zeit, in der man weder fett noch kursiv schrieb um etwas zu betonen, diente die Wortwiederholung zur Hervorhebung einer gewissen Aussage. Gottes Heiligkeit ist keineswegs seine einzige Eigenschaft. Gott ist allwissend, allgegenwärtig, allmächtig. Er ist Liebe und Wahrheit. Er ist gerecht. Doch obwohl uns die Bibel zahlreiche Eigenschaften nennt um Gott zu beschreiben, wird nirgendwo sonst eine dreifache Wiederholung verwendet. Ohne Zweifel wollen uns die Autoren der Bibel bewusst machen, wie zentral Gottes Heiligkeit ist, um sein Wesen zu verstehen. Erst im Licht seiner Heiligkeit können wir andere Eigenschaften Gottes, wie zum Beispiel seine Liebe und seinen Zorn, richtig verstehen.

Gottes Heiligkeit bedeutet, dass er vollkommen rein ist. In ihm ist keine Spur von Sünde. Er ist Licht und in ihm ist keinerlei Finsternis (1. Johannes 1:5). Wenn wir seine Heiligkeit betrachten wird uns bewusst wie unheilig wir sind. In seinem Licht werden wir mit unserer Sündhaftigkeit konfrontiert. Wie Jesaja, wird uns bewusst, dass wir in seiner Heiligkeit nicht bestehen können. Gott und Sünde vertragen sich nicht!

So wundert es nicht, dass die Heiligkeit Gottes heute in vielen Gemeinden keinen prominenten Platz einnimmt. Über die Heiligkeit Gottes zu sprechen konfrontiert. Es macht umbequem. Es zeigt Menschen, dass sie nicht ok sind, so wie sie sind. Sie werden vor eine Entscheidung gestellt. Entweder trennen sie sich vom Unheiligen oder sie bleiben getrennt vom Heiligen. In seinem Buch The Attributes of God bemängelt Arthur W. Pink, dass sich die meisten bekennenden Christen einen Gott vorstellen, der einem alten nachgiebigen Mann gleicht, der sich zwar an Sünde nicht erfreut, uns doch mit Nachsicht Vergebung zuwinkt. Solch eine Vorstellung ist in starkem Gegensatz zum Gott der Bibel, der keine Sünde ungestraft lässt (2. Mose 34:7), sondern die Welt durch Jesus Christus richten wird (Offenbarung 20:11-15).

Über die Heiligkeit Gottes zu reflektieren sollte uns Menschen dazu bringen, Gott zu fürchten. Als Nicht-Christen sollte diese Furcht dazu führen, sich vor Gott zu demütigen und Vergebung durch Jesus Christus zu suchen. Als Christen, sollte diese Furcht uns daran erinnern, dass wir nur vor Gott bestehen können aufgrund der Gerechtigkeit seines Sohnes. Als von Gott geheiligte, sollen wir demnach danach trachten in Heiligkeit zu leben, denn sowohl im Alten wie im Neuen Testament ist es das, was Gott von seinem Volk fordert (3. Mose 11:44; 1. Petrus 1:15).